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Genossenschaft | Historie

Historie

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Tobias Zemke (ehem Aufsichtsratsvorsitzender) anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der WBG im Jahr 2004:

"... genau am 02.07.1954 als "Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft der Eisenbahner des Reichsbahndirektionsbezirks Berlin" - heute viel einfacher genannt: unser "Hellersdorfer Kiez". Lassen Sie uns anlässlich des runden Geburtstages ein wenig zurückblicken, denn wer seine Vergangenheit nicht kennt hat auch keine Zukunft.

Der "Neue Kurs" Ende 1953 hat die Grundlagen für das Wiederbeleben des Genossenschaftsgedankens in der DDR geschaffen, im Frühjahr 1954 waren die neuen Verordnungen zur Bekämpfung der damals dramatischen Wohnungsnot formuliert. Bereits Ende 1954 waren 270 AWG´en mit über 14.000 Mitgliedern registriert.
Die folgenden Jahre waren von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt: Bis 1959 bauten die Genossenschaften Stein auf Stein mit hohem manuellen Selbsthilfeanteil, in den 60er Jahren begannen die "rationellen, industriellen Bauweisen (z.B. Q3A) durch Auftragsvergaben an Baukombinate, die ab 1970 von dem Bau komplexer Großsiedlungen - zumeist an den Stadträndern - abgelöst wurden. Diese technischen Entwicklungsstufen sind in den früheren und heutigen Beständen unserer Genossenschaft deutlich ablesbar.

Mit den technisch-organisatorischen Änderungen waren allerdings schmerzliche Einschnitte in die Selbständigkeit der Genossenschaften verbunden: sie waren nicht mehr die Akteure, sondern nur noch die Verteiler und Verwalter. Die in Berlin ab 1980 einsetzende "territoriale Konzentration" führte in unserer Genossenschaft zum Verlust der Wohnungsbestände in allen Bezirken außer in Hellersdorf und Treptow. Dabei war der Verbleib des Wohnungsbestandes am Baumschulenweg eher ein Versehen als eine organisierte Maßnahme. Bei allen materiellen Einbußen war jedoch der erzwungene Abgang der Mitglieder und das Demontieren der gewachsenen Hausgemeinschaften der größte Aderlass der Genossenschaft.

Mit der Wende kam ein neuer Anfang und der glücklich gewählte Name "Hellersdorfer Kiez" - hier sind die Mitglieder in einem überschaubaren Raum in ihrem Quartier. Sicher: es waren die neuen Anforderungen aus dem bislang unbekannten Genossenschaftsgesetz zu bewältigen, die Auflagen aus dem Altschuldenhilfegesetz mit den Privatisierungsverpflichtungen zu erfüllen und die gewaltigen Anstrengungen zum Abbau des Sanierungs- und Modernisierungsstaus zu unternehmen.
Heute, 15 Jahre nach der Wende und im 50. Jahr unseres Bestehens, können wir gemeinsam mit Stolz auf das Geleistete und auch das Erreichte zurückblicken.

Dieser kurze Abriss der Geschichte unserer Genossenschaft ist ausführlicher und mit von einzelnen Menschen erlebten Episoden anschaulich dargestellt der Inhalt einer Festschrift, die Anfang Juli 2004 allen Mitgliedern übergeben wird. Alle an der Entstehung der Festschrift Beteiligten hoffen, dass Ihnen die Zusammenstellung gefällt und bei allen Mitgliedern ein zusätzliches Moment für das Gefühl der Zusammengehörigkeit erwächst.

Unsere Genossenschaft - als ein Beispiel für den dritten Weg des Wohnens neben dem Mieten und dem direkten Eigentum - hat Zukunft. Daran stets aufmerksam und vorausschauend zu arbeiten bleibt die Aufgabe des Vorstands; der Aufsichtsrat wird ihn dabei kontrollierend und beratend begleiten. Die Aufgaben erfolgreich zu bestehen setzt viel Fleiß, Umsicht und genossenschaftliches Verantwortungsbewusstsein voraus, das wollen wir auch künftig sicherstellen.

Angesichts der demografischen Entwicklung und des auch bei manchem Mitglied schmaler werdenden Geldbeutels bedeutet das Wohnen in der Genossenschaft zunächst Sicherheit, auch im Alter. Aufsichtsrat und Vorstand werden sich überlegen, welche zusätzlichen Dienstleistungen insbesondere für unsere älteren Mitglieder in Zukunft angeboten werden können.

Für den Hauptbestandteil unserer Mitglieder - die mittleren Jahrgänge - sind vielleicht unterschiedliche Wohnungsgrundrisse oder Alternativen zum Eigenheim (Erbpacht) interessant. Daher sollte geprüft werden, ob das Angebot in der WBG erweitert werden kann, um auf die unterschiedlichen (finanziellen) Bedürfnisse (nicht nur) dieser Mitglieder einzugehen.

Für die jüngeren Generationen bietet das genossenschaftliche Wohnen die Sicherheit wie im Eigentum, aber auch die aus Gründen eines notwendig werdenden Arbeitsplatzwechsels erforderliche Flexibilität der Mietwohnung. Die räumliche Einbindung in ein sich stabilisierendes und gut ausgestattetes Umfeld bietet allen Familienmitgliedern die für notwendig erachteten Bedingungen für eine wohlgeordnete Entwicklung.

Eine Genossenschaft wie der "Hellersdorfer Kiez" wird stets daran arbeiten, dass ihre Mitglieder auch das "Miteinander" erleben und für sich positiv erfahren können. Die in den letzten Jahren aufgebauten Aktivitäten unseres Ausschusses "Kiezleben", die einen besonderen Höhepunkt im Jahr des 50. Geburtstages unserer Genossenschaft entwickeln, beweisen:

Was vor 50 Jahren begann, hat auch mindestens noch weitere 50 Jahre Zukunft."

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Daten und Fakten aus der Geschichte der WBG " Hellersdorfer Kiez" eG

02.07.1954

Gründung der "AWG der Eisenbahner des Reichsbahndirektionsbezirkes Berlin"

1954 - 1956

Erstes Bauvorhaben (42 Wohnungen in Friedrichshain, Seumestr.) und Fertigstellung

1956 - 1958

Errichtung von 51 Wohnungen in Pankow

1958 - 1960

Neubau von 256 Wohnungen in Baumschulenweg

1960 - 1965

Weitere 920 Wohnungen werden in Baumschulenweg, Schöneweide, Oberspree, Karlshorst, Pankow, Weißensee und Mitte errichtet

1960

Umbenennung in "AWG Deutsche Reichsbahn Berlin"

1962

Beschluss des Berliner Magistrats mit der Verfügung: Einstellung der Neubauten durch AWG´n

1969

Erste Einstellung von 3 (Teilzeit-)Beschäftigten

1987

Erfolg: erneute Zulassung als Baugenossenschaft, Einstellung von Mitarbeitern für Hellersdorf

1985 - 1990

Entschädigungslose Übertragung aller Wohnungsbestände in anderen Bezirken (auf die regional zuständigen Genossenschaften), Mitteilung des Vorstandes an die Genossenschaftsmitglieder über die angeordnete Zuordnung ihrer Mitgliedschaft zu anderen Genossenschaften.
Teile des Wohnungsbestandes in Baumschulenweg wurden nicht abgenommen

1988

die "AWG Deutsche Reichsbahn" wird zuständig für Teile des Bezirkes Berlin-Hellersdorf

1988

erste Schlüsselübergaben in Hellersdorf (von insgesamt 2.096 Wohnungen)

29.10.1990

Urabstimmung über neue Satzung mit der Namensgebung WBG "Hellersdorfer Kiez" e.G.;
Eintragung in das Genossenschaftsregister am 09.03.1992

23.11.1990

Beginn der ersten Wahl zur Vertreterversammlung (120 Vertreter)

12.12.1990

Konstituierende Sitzung der neugewählten Vertreterversammlung

26.08.1991

Besuch der damaligen Bundesbauministerin, Dr. Irmgard Adam-Schwätzer, in der WBG

1993

Verabschiedung des Altschuldenhilfegesetzes durch den deutschen Bundestag

1997

Abschluss der vollständigen Sanierung der verbliebenen Wohnhäuser in Baumschulenweg

1998

Privatisierung von 27 Wohnungen (nach WEG) sowie Verkauf Louis-Lewin-Str. 27 in Hellersdorf

27. Mai 1999

Grundsteinlegung der Wohnstätte für betreutes Wohnen in der Martin-Riesenburger-Str. 28-34

12.10.1999

Verkauf des Bestandes in Baumschulenweg an einen gewerblichen Zwischenerwerber zur Erfüllung des Altschuldenhilfegesetzes (die Entlastung von Altschulden wird 2002 erteilt)

2000

Teilnahme an Weltausstellung "Expo 2000" in Hannover (Projekt "Großsiedlung Hellersdorf"); die Initiative besteht in der "Hellersdorfer Wohntheke" als Standortmarketingmaßnahme unterschiedlicher Wohnungsanbieter auch noch in 2004

05/2000

Fertigstellung des ersten Neubaus nach der Wende in der Martin-Riesenburger-Str. 28-34, das neue Gebäude für Bewohner mit Bedarf an psychosozialer Betreuung

2000

Gründung der Arbeitskreise "Kiezleben" (heute: ständiger Ausschuss "Kiezleben" der Vertreterversammlung lt. Satzung), "Mietenstruktur" und "Satzung" (zeitlich begrenzt)

2002

Beschlussfassung über die vollständig aktualisierte Satzung

02.07.2004

Wir bestehen seit 50 Jahren ...

02/2007

WBG erhält zum ersten Mal das Bonitätsurteil "notenbankfähig" von der Deutschen Bundesbank

12/2008

50. Ausgabe des KiezJournals

28.01.2009

Beschluss der neuen Satzung und Wahlordnung (6.4.2009 Eintrag beim Amtsgericht Charlottenburg)

02.07.2009

Sommernachtsparty zum 55-jährigen Jubiläum der Genossenschaft

13.10.2009

Eröffnung des "Kiez-Treffs" - Veranstaltungsräume für die Mitglieder

02.04.2010

Erwerb einer Wohnanlage mit 74 seniorengerechten Wohnungen und 4 Gewerbeeinheiten im Stadtbezirk Köpenick

  030 / 992 777 - 0
Wohnungsbaugenossenschaft
Hellersdorfer Kiez eG
Sprechzeiten:Die 9-12 Uhr
 Die 13-18 Uhr
 Don 15-17 Uhr
Studentenvideo
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